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Schiebehilfe und Anfahrhilfe am E-Bike

Wofür Schiebehilfe und Anfahrhilfe am E-Bike gut sind

Du stehst mit dem E-Bike an einer steilen Einfahrt, das Gepäck ist schwer und schon der erste Tritt kostet Überwindung. Genau hier kommen zwei kleine Helfer ins Spiel: die Schiebehilfe am E-Bike und die Anfahrhilfe. Beide geben dir bis 6 km/h einen sanften Schub, ganz ohne kräftiges Treten – allerdings in ganz unterschiedlichen Momenten: Die Schiebehilfe unterstützt dich nur, während du zu Fuß neben dem Bike gehst und es schiebst, nicht beim Fahren im Sattel. Die Anfahrhilfe dagegen greift beim Losfahren, während du im Sattel sitzt. Was nach einer technischen Randnotiz klingt, entscheidet im Alltag oft darüber, ob ein Moment mühsam wird oder mühelos bleibt.

Am häufigsten hilft dir dabei die Schiebehilfe, denn sie nimmt dir das Gewicht ab, sobald du neben dem Bike gehst. Damit du beide Funktionen sicher und im richtigen Moment einsetzt, gehen wir sie hier Schritt für Schritt durch: wie sie technisch arbeiten, wo der gesetzliche Rahmen liegt, wann welche die richtige ist und was du tun kannst, wenn die Schiebehilfe einmal nicht anspringt.

Wie funktioniert die Schiebehilfe beim E-Bike?

Die Schiebehilfe am E-Bike unterstützt dich, wenn du neben dem Bike gehst und es schiebst. Bei den meisten Systemen aktivierst du zuerst den Schiebe-Modus am Display und hältst dann eine Taste gedrückt. Bei aktuellen Brose-Motoren zum Beispiel tippst du am Display so oft auf die Minus-Taste, bis im Display »WALK« erscheint und hältst sie anschließend gedrückt: Der Motor zieht das E-Bike mit bis zu 6 km/h mit, ganz ohne dass du in die Pedale trittst. Sobald du die Taste loslässt, stoppt der Schub sofort. Andere Antriebe haben teils eine eigene Schiebehilfe-Taste – das Prinzip „Modus wählen, Taste halten, bei 6 km/h ist Schluss" bleibt aber gleich. Wie schnell es genau vorangeht, hängt bei einigen Antrieben vom eingelegten Gang ab: In einem kleinen Gang schiebt das System langsam und kraftvoll, in einem größeren etwas zügiger.

An unseren E-Bikes mit aktuellem Brose-Antrieb ist die Schiebehilfe bereits ab Werk mit dabei, du rufst sie direkt am Display auf. Die Anfahrhilfe dagegen erklären wir hier nur zum Verständnis, sie kommt an unseren Modellen nicht zum Einsatz. Eine Schiebehilfe am Fahrrad gibt es nur mit Elektroantrieb, am klassischen Bike ohne Motor fehlt sie naturgemäß. Praktisch ist die Funktion überall dort, wo du nicht fahren kannst oder möchtest: die steile Rampe zur Tiefgarage, ein Fußweg mit dem Bike an der Hand oder ein Untergrund, auf dem sich ein voll beladenes E-Bike sonst nur schwer bewegen lässt. Gerade bei schwerem Gepäck sparst du dir so das Zerren am Lenker.

Die Anfahrhilfe für entspanntes Losfahren

Die Anfahrhilfe am E-Bike setzt einen Schritt früher an als die Schiebehilfe, nämlich im Sitzen. Über einen Knopf am Lenker beschleunigt dein E-Bike aus dem Stand bis zu 6 km/h, auch hier ohne dass du treten musst. Sobald du in Fahrt bist, übernimmst du selbst und trittst normal weiter, dann greift wieder die reguläre Motorunterstützung. In der Praxis läuft das so ab: Du stehst mit einem Fuß auf dem Pedal, hältst die Bremse leicht, drückst den Anfahrknopf und löst im selben Moment die Bremse. Das E-Bike rollt sicher an und du findest in Ruhe deinen Tritt.

Genau das ist die entscheidende Hilfe, wenn du mit dem E-Bike am Berg anfahren willst und der erste Tritt sonst wackelig wäre, etwa an einer Kreuzung in Hanglage. Auch mit Kinderanhänger oder schwerem Einkauf kommst du so sicher in Bewegung, statt an der Steigung ins Stocken zu geraten. Wer viel mit dem E-Bike am Berg fährt, zum Beispiel auf unseren E-Mountainbikes für steiles Gelände, lernt diesen kleinen Schub schnell zu schätzen. Ein Gasgriff ist die Anfahrhilfe dabei nicht: Sie hilft nur für den Start, danach zählt wieder deine eigene Tretkraft.

Was ist der Unterschied zwischen Schiebehilfe und Anfahrhilfe?

Beide Funktionen nutzen denselben Motor und dieselbe 6-km/h-Grenze, doch sie greifen in unterschiedlichen Momenten:

Funktion

Wann du sie nutzt

So aktivierst du sie

Tempo

Anfahrhilfe

Beim Losfahren im Sitzen, etwa am Berg oder an der Ampel

Knopf am Lenker drücken, ohne zu treten

bis 6 km/h

Schiebehilfe

Wenn du neben dem E-Bike gehst und es schiebst

Schiebe-Modus wählen und Taste gedrückt halten

bis 6 km/h

 

Den Unterschied zwischen Schiebehilfe und Anfahrhilfe kannst du dir an deiner Position merken: Sitzt du im Sattel, hilft die Anfahrhilfe. Gehst du zu Fuß, ist es die Schiebehilfe. Beide enden bei 6 km/h, danach fährst du wie gewohnt mit eigener Tretkraft und normaler Motorunterstützung weiter.

Ein Mann mit einem Fahrradhelm lächelt und schiebt sein E-Bike.

Was die 6-km/h-Grenze rechtlich bedeutet

Dass beide Funktionen bei 6 km/h enden, ist kein Zufall, sondern gesetzlich festgelegt. Ein E-Bike im rechtlichen Sinn ist meist ein Pedelec: Der Motor unterstützt normalerweise nur, während du trittst, und bis 25 km/h. Schiebe- und Anfahrhilfe sind die einzige erlaubte Ausnahme, bei der der Motor auch ohne Treten anschiebt, und genau deshalb sind sie auf die Schrittgeschwindigkeit von 6 km/h begrenzt. So bleibt dein Pedelec rechtlich ein Bike und braucht weder Versicherungskennzeichen noch Führerschein.

Ein reiner Gasgriff, der dich ohne Treten dauerhaft schneller macht, wäre dagegen nicht mehr zulässig. Bei einem S-Pedelec, das bis 45 km/h unterstützt, gelten ohnehin strengere Regeln. Für dich heißt das im Alltag vor allem eines: Die 6-km/h-Grenze ist bewusst niedrig gewählt, damit du das E-Bike beim Schieben und Anfahren jederzeit sicher kontrollierst.

Wann nutzt du die beiden Helfer im Alltag?

Im Alltag zeigen Schiebehilfe und Anfahrhilfe ihren Wert in ganz konkreten Situationen:

  • Start am Berg: Mit dem E-Bike am Berg anzufahren kostet ohne Hilfe viel Kraft und Balance, besonders wenn du an einer Steigung an der Ampel halten musst. Die Anfahrhilfe bringt dich sicher in Fahrt, bis die normale Tretunterstützung übernimmt.

  • Schieben in der Fußgängerzone: Wo du absteigen und schieben musst, zieht die Schiebehilfe das E-Bike für dich mit, statt dass du das volle Gewicht über den Lenker steuerst und stemmst.

  • Schwere Zuladung: Mit Kinderanhänger, Gepäcktaschen oder Wocheneinkauf ist der erste Meter der schwerste. Beide Funktionen nehmen dir genau diesen Moment ab und verhindern, dass dir das Bike seitlich wegkippt.

  • Enge Rampen, Keller und Bahnsteige: Auf dem Weg in die Tiefgarage, den Fahrradkeller oder über eine Rampe am Bahnhof hältst du das Bike ruhig und lässt den Motor die Steigung übernehmen.

Ob eine dieser Funktionen an deinem E-Bike schon einsatzbereit ist, verrät dir ein kurzer Blick ins Display.

So nutzt du beide Funktionen sicher

So kraftsparend die beiden Helfer sind, ein paar Handgriffe machen sie noch sicherer:

  • Fest zupacken: Halte das E-Bike mit beiden Händen am Lenker, bevor du die Schiebehilfe aktivierst, damit es nicht ruckartig wegzieht.

  • Festen Untergrund wählen: Nutze die Schiebehilfe bevorzugt auf griffigem Boden. Auf losem Schotter oder bei Nässe kann das angetriebene Rad sonst durchdrehen.

  • Pedalstellung beachten: Achte beim Anfahren am Berg darauf, dass ein Pedal oben steht, damit du sofort kräftig weitertreten kannst, wenn die Hilfe bei 6 km/h endet.

  • Umfeld im Blick: Behalte in Fußgängerbereichen dein Tempo und andere Menschen im Auge. Schrittgeschwindigkeit heißt, jederzeit anhalten zu können.

Springt die Schiebehilfe einmal nicht an, liegt es selten an einem Defekt. Meist ist der Antrieb noch nicht eingeschaltet, der Schiebe-Modus am Display nicht aktiviert oder die Taste wird nicht durchgehend gedrückt. Auch wenn das Bike bereits 6 km/h erreicht hat oder der Motor nach starker Belastung kurz zu warm ist, pausiert die Funktion. Ein kurzer Blick ins Display schafft in den meisten Fällen schnell Klarheit.

Lässt sich die Schiebehilfe nachrüsten?

Bei modernen Pedelecs sind beide Funktionen meist schon im Antrieb integriert und lassen sich direkt am Display oder über eine Taste aufrufen. Eine Anfahrhilfe am E-Bike oder die Schiebehilfe nachzurüsten ist deshalb nur selten nötig und hängt stark vom verbauten Motorsystem ab. Bei fest integrierten Antrieben lässt sich von außen kaum etwas ergänzen.

Ob eine fehlende Funktion per Software oder Zusatzschalter aktiviert werden kann, entscheidet die Steuerung des Motors. Am besten klärst du das über unseren Service – unser Team kennt dein Antriebssystem und sagt dir, was möglich ist.

Von Nachrüst-Gasgriffen, die das E-Bike ohne Treten dauerhaft beschleunigen, solltest du die Finger lassen: Sie überschreiten die 6-km/h-Grenze und sind im öffentlichen Verkehr nicht erlaubt. Bevor du überhaupt in Zubehör investierst, lohnt sich der Blick in die Bedienungsanleitung deines E-Bikes. Oft ist die Schiebehilfe längst vorhanden und nur noch nicht bewusst genutzt.

Zwei kleine Tasten, die den Alltag leichter machen

Schiebehilfe und Anfahrhilfe sind keine großen Funktionen und trotzdem merkst du ihren Wert bei fast jeder Fahrt: am Berg, an der Ampel, auf der Rampe in den Keller. Sie nehmen dir die mühsamen Meter ab und lassen dich entspannt schieben und anfahren, ohne dass du das Gefühl verlierst, das E-Bike sicher im Griff zu haben. Wenn du das nächste Mal vor einer steilen Einfahrt stehst, weißt du genau, welcher Knopf dir den Weg leichter macht.

 

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